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Was die A 13 Debatte für Fach- und Förderlehrkräfte bedeutet

Die Ankündigung einer Eingangsbesoldung von A13 für Lehrkräfte auch an Grund- und Mittelschulen wirft einige Fragen auf, unter anderem bei Fachlehrkräften. Hans Rottbauer, Leiter der Abteilung Dienstrecht und Besoldung im BLLV, ordnet ein.

A 13 auch für Lehrkräfte an Grund- und Mittelschulen.

Dieser Satz ist als Untertitel unserer Kampagne „Sie sind es wert.“ zu finden. Viele Kolleginnen und Kollegen haben dies gelesen und fragen berechtigt nach, ob zu den Lehrkräften an Grund und Mittelschulen nicht auch die Fach- und Förderlehrkräfte gehören würden. Die Antwort hierauf ist ein klares und deutliches: „Ja!“ Bei der Planung der Kampagne wurde deshalb explizit dieser Titel gewählt, eben weil er alle Lehrkräfte miteinbezieht – ganz bewusst.

Aber nun ist bei A 13 doch wieder nur von den Grund- und Mittelschullehrkräften die Rede. Und was ist mit den Fach- und Förderlehrkräften? Sind diese wieder einmal vergessen worden? Setzt man sich für diese Gruppen nicht ein?

Gesetzeslage der Voraussetzungen für A13

Diese und ähnliche Fragen werden nun oft gestellt und wir, der BLLV, bleiben bei unseren Antworten: Nein, wir haben weder die Fach- noch die Förderlehrkräfte vergessen und ja, auch diese gehören für uns dazu. Was aber durchaus auch zur Wahrheit gehört – und hier machen wir keine falschen Hoffnungen oder unredliche Versprechungen – ist die Tatsache, dass der Weg zu A 13 für diese Gruppen ein anderer sein muss.

Die Besoldung der Beamtinnen und Beamten in Bayern und damit ihre Zuordnung zu einer Qualifikationsebene richtet sich nach deren Ausbildung. Dies wird geregelt im Bayerischen Besoldungsgesetz (BayBesG) und dem Leistungslaufbahngesetz (LlbG). Hier ist festgelegt, dass Beamtinnen und Beamte der vierten Qualifikationsebene in A 13 einsteigen und dass hierfür eine spezifische universitäre Ausbildung grundlegend ist.

BLLV kämpft für entsprechende Reform der Lehrerbildung

Grund- und Mittelschullehrkräfte erfüllen diese Voraussetzungen schon, werden aber aufgrund eines Nebensatzes im Besoldungsgesetz als einzige Beamtengruppe derzeit nicht in A 13, sondern in A 12 besoldet, obwohl sie der vierten Qualifikationsebene angehören. Bei den Fach- und Förderlehrkräften sieht es im Moment noch anders aus, sie erfüllen diese Voraussetzungen leider noch nicht. Man muss also an die Ausbildung dieser Gruppen ran, wenn man wie wir der Meinung ist, dass alle Lehrer Lehrer sind.

Und dies macht der BLLV. Wir haben ein Lehrerbildungsmodell entwickelt, in dem alle Lehrkräfte gleichgestellt werden. Alle Lehrkräfte werden dann universitär ausgebildet, damit eben auch alle die Voraussetzungen für A 13 erfüllen können.

Die Weichen sind gestellt

Natürlich wissen auch wir, dass dies noch ein langer und schwieriger Weg ist. Wir sind aber zuversichtlich. Ministerpräsident Söder hat auch eine Reform der Lehrerbildung in Aussicht gestellt und greift hierbei durchaus die Ideen des BLLV auf. Auch der eklatante Lehrermangel im Fach- und Förderlehrerbereich macht ein Nachdenken über die Attraktivität dieser Berufe unausweichlich. Wie immer werden wir auch hier hartnäckig am Ball bleiben.

Bleibt also nur auf eine Reform der Lehrerbildung zu hoffen? Beim langfristigen Ziel A 13, ja. Das heißt aber nicht, dass es für Fach- und Förderlehrkräfte nicht auch kurzfristig deutliche Verbesserungen geben muss. Das haben wir in unserer Kampagne auch von Beginn an deutlich gemacht. Es muss – und hier hat der BLLV in den letzten Jahren durchaus schon sehr erfolgreich für unsere Fach- und Förderlehrkräfte gekämpft – neben dem Einstieg in A 10 für die Förderlehrkräfte und weiteren deutlichen Verbesserungen im Bereich der Beförderungsstellen und -ämter für beide Bereiche auch die Möglichkeit der modularen Qualifikation der Fachlehrkräfte für die vierte Qualifikationsebene geben.

Politik in die Pflicht genommen

Dass wir hierbei auf einem guten Weg, zeigt uns der Post von Staatssekretärin Anna Stolz in dieser Woche auf Instagram: „Wir können endlich A13 für Grund- und Mittelschullehrer umsetzen. Auch Förder-/ Fachlehrer und angestellte Lehrer sollen eine finanzielle Verbesserung erhalten.“ Unsere Forderungen werden also durchaus wahrgenommen und gehört.  Wir werden alle Politikerinnen und Politiker hartnäckig an ihre Aussagen erinnern.

Wir vergessen unsere Fach- und Förderlehrkräfte nicht. In jedem Konzept des BLLV und auch in unserer Wertschätzungskampagne integrieren wir alle unsere Lehrkräfte. Denn alle Lehrer sind Lehrer! Dazu stehen wir.



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